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Körper und Seele

 

Körper und Seele in Gleichgewicht - Yin und Yang

Yin und Yang sind in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) von entscheidender Bedeutung und spielen eine entscheidende Rolle in der Diagnostik und Therapie.

Man weiß, dass Yang (leichte Sonnenseite des Berges) als Aktivitätsprinzip und das Yin (die Schattenseite des Berges) als Ruheprinzip gilt. Die Monate, siehe auch unser Symbol, symbolisiert dabei die beiden Richtungen ganzheitlichen Seins, wobei ein im Gleichgewicht befindlicher Mensch immer die gleiche Menge Yin wie Yang in sich trägt und in jedem Yin-Anteil auch ein Stückchen Yang-Anteil steckt, erkenntlich an dem weißen Punkt in dem schwarzen Yin- Anteil und umgekehrt.

Der Mensch lebt im Spannungsfeld der beiden Pole Yin und Yang. Wie im Sinnbild der Monade ersichtlich ist, dabei hat er von beiden Teilen immer gleich viel in sich.

Yin und Yang gibt es auf den verschiedensten Ebenen der Körperregulation, wobei die wichtigsten der Zellstoffwechsel, die Psyche und das Vegetativum sind.

Liegt auf einer dieser Ebenen eine einseitige Betonung von Yin oder Yang vor, so muss auf einer anderen Ebene eine einseitige Betonung in die andere Richtung vorliegen, da nur so das individuelle Gleichgewicht gesichert werden kann. Dieser Zustand entspricht jedoch einem belasteten Gleichgewicht, die Ursache für Entstehung von Befindlichkeitsstörungen, die unbehandelt eines Tages in chronische Krankheiten münden.

Demzufolge müssen sich Behandlungsstrategien u. a. bei chronischen Krankheiten nach der individuellen Lage des Pat. richten, nicht aber nach allgemein gültigen offiziellen Leitlinien, die diese in individuellen, kausalen Regulationszusammenhängen gar nicht erreicht werden können.

Yin und Yang Symptome

Yin: Völlegefühl, Blähungen,

oft Heißhunger auf Süßes und Scharfes

Ödemneigung

kann schlecht abnehmen

leicht übergewichtig

sieht oft jünger aus

ständig müde und schwer

inneres Frieren

keine Erholung durch viel Schlaf

Muskel- und Rheumaschmerzen

phlegmatisch

fühlt sich oft benebelt

schwitzt kaum

zwanghaft und depressiv

grübeln

stressunempfindlich

niedriger Blutdruck und Puls

Yang:

oft Sodbrennen

liebt Salziges und milde Speisen

Neigung zu trockener Haut

nimmt kaum zu

schlank

sieht oft älter aus

ständig unruhig und leicht innere Hitze

schlechtes Durchschlafen

Nackenverspannungen

hektisch

ist vergesslich

schwitzt viel

heiter und aggressiv

sorglos

stressempfindlich

hoher Blutdruck und Puls

Hier ist jedoch zu erwähnen, dass ein eindeutiger Yang-Patient mehr Eigenschaften aus der Yang Seite hat, jedoch im Gegenteil auch Symptome, die eindeutig auf der Ying-Seite standen. Dieser Umstand macht es nun erforderlich, bei der systemischen ganzheitlichen Diagnostik eines Patienten die einzelnen Ebenen, in denen die verschiedenen Yin- und Yang-Symptome entstehen, exakt zu unterschieden, obwohl sie in vivo natürlich alle eng miteinander verknüpft gleichzeitig nebeneinander aktiv sind. Eine Ebene kann ohne die andere Ebene nicht existieren. Alle brauchen sich gegenseitig und wenn in einer Ebene ein Ausschlag in die Yang-Richtung erfolgt, kommt es auf einer anderen Ebene zum Ausschlag in die Yin-Richtung, weil die Dekompensation und damit der Eintritt einer ernsthaften Erkrankung drohen würde. Normalerweise pendelt der Organismus auf allen Ebenen in der Mitte zwischen Yin und Yang.

Die Menschen besitzen verschiedene Ebenen der Lebenshaltung und Regulation. Die wichtigsten sind:

Der Stoffwechsel, der immer gleichsinnig reagiert, wie die Immunaktivität zum anderen, das seelische Gleichgewicht und das Vegetativum.

Zellstoffwechsel:

Die Zelle kann sich durch anabolen (stoffwechselaufbauend) und katabolen (stoffwechselabbauend) Stoffwechsel am Leben erhalten. Dazu benötigt die Zelle beim katabolischen Stoffwechsel Kohlenhydrate und Fette. Und auf der anderen Seite sind zum anabolen Stoffwechsel Eiweiß und Wasser notwendig.

Es ist einleuchtend, dass für einen gesunden Zustand die Aktivität des katabolen wie auch des anabolen Zellstoffwechsel im gleichen Verhältnis zueinander stehen müssen. Bei außergewöhnlichen Situationen kann der Körper durch Hormone oder durch eine gezielte andersartige Ernährung die Aktivität der einen oder anderen Seite ändern.

Ernährung und Blutgruppen:

Für Menschen mit der Blutgruppe 0 und für die mit der Blutgruppe B ist es offensichtlich besser, mehr Eiweiß in Form von Fleisch als Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Auf der anderen Seite ist es für die Menschen mit der Blutgruppe A und AB besser mehr Kohlenhydrate als Eiweiße zu sich zu nehmen. Die Menschen haben mit der Blutgruppe 0 ( = Jäger) und in geringerem Umfang die mit der Blutgruppe B (=Nomaden) eine katabole Stoffwechselprägung (=Yang) mit auf den Lebensweg bekommen.

Im Gegensatz zu Blutgruppe A (= Bauern) und in deutlich geringerem Umfang mit der Blutgruppe AB, haben eine anabole Zellstoffwechselprägung (= Yin). Für die Ernährung hat dies zur Folge, dass sich Pat. mit der Blutgruppe 0 und B überwiegend und dauerhaft eiweißreich und kohlehydrate-arm ernähren müssen, um eine ausgeglichene Stoffwechsellage zu erreichen, während umgekehrt die Patienten mit der Blutgruppe A und AB deutlich mehr Kohlenhydrate als Eiweiß in der Ernährung brauchen.

Vergleicht man diese Erkenntnis mit den Ernährungsempfehlungen aus der TCM und dem Ayurveda, so kann man erstaunliche Parallelen feststellen.

Das Gewicht eines Menschen allein ist noch kein Indizens dafür, ob sein Stoffwechsel anabol (Yin) oder katabol (Yang) geprägt ist, sondern stellt das Symptom einer überkalorischen und in Art der Nahrungszusammensetzung nicht konstiutionsgerechten Ernährung dar. Ein A-Blutgruppen-Patient kann durch eine vegetarische Ernährung im Prinzip überhaupt nicht zunehmen, wohl aber durch eine hyperkalorische zu eiweißlastige Ernährung. Ein Blutgruppe-0-Pat. nimmt durch eine überkalorische und kohlenhydratreiche Ernährung zu und gerät damit häufig in eine prädiabetische Stoffwechsellage, die in der westlichen Medizin heutzutage als metabolisches Syndrom bezeichnet wird. Hierbei tritt eine Überproduktion von Insulin auf, die dafür sorgt, dass der Einbau der Kohlenhydrate als Fett in der Leber und Fettstoffwechsel bei ansonsten im Körper weiter bestehenden katabolen Zellstoffwechsel. Hier wäre dann die Therapie eine hyporkalorische und deutlich kohlehydratreduzierte Ernährung.

Bei katabolischem Zellstoffwechsel mit einer Übersäuerung ist die Gabe von Antioxidantien und Basensalzen sinnvoll, die gegeben werden. Bei überwiegend anabolem Zellstoffwechsel produziert dagegen eine Verschlackung im Gewebe mit Verminderung der Elektronenbeweglichkeit und Ausbildung eines Gelzustandes.

Ob sich nun ein Patient auf der Ebene des Stoffwechsels im Yin oder Yang befindet, lässt sich durch die Kenntnis der Blutgruppenzugehörigkeit und durch eine genaue Ernährungsanamnese bereits ziemlich sicher bestimmen. Wie stark jedoch jemand im anabolen oder katabolen Zellstoffwechsel Überhang hat, lässt sich nicht durch die Anwendung eines Gerätes feststellen.

Das Immunsystem

Menschen mit der Blutgruppe 0 und B haben eine angeborener Weise deutlich erhöhte immunologische Abwehraktivität, während die mit der Blutgruppe A und AB eine eher niedrigere immunologische Aktivität haben. Bringt man aber durch eine konstitutionsgerichtete Ernährung den Pat. in seine Mittellage, so normalisiert sich die Aktivität des Immunsystem zur Mitte hin.

Eine erhöhte Infektanfälligkeit bedeutet in den meisten Fällen nicht eine zu niedrige immunologische Kompetenz, sondern eine zu ruhige Aktivität der Immunkaskade, dass heißt, dass bei nur geringere Exposition mit entsprechenden Viren oder Bakterien schon eine immunologische Abwehrreaktion in Gang kommt, die der Pat. dann als Infekt erlebt. Es wäre also damit völlig kontraproduktiv, durch Immunstimulanzien (Mittel, die das Immunsystem aktivieren) die Infektanfälligkeit behandeln zu wollen. Hier müssen in erster Linie Maßnahmen ergriffen werden, die das Immunsystem beruhigen und weniger reagible machen (Vitamin C , B , E, Zink, Eigenblut und Eigenvakzine in geringer Dosierung ). Täglich reichlich Bewegung und Sport. Bei einer zu niedrigen Aktivität des Immunsystems kommt es häufig vor, dass Viren, Bakterien und andere Mikroorganismen im Körper vorhanden sind, ohne dass der Pat. die Symptome eines Infektes durchmacht. Hier sind immunstimulierende Maßnahmen sinnvoll, z. B. Echinacin, Selen, Ozon, HOT, Nosoden, Mistel, Eigenblut und Eigenvakzine in höheren Dosierungen. Noch anzumerken kann die Dosis der Impfstoffe eine entscheidende Rolle bei der Verträglichkeitsfrage spielen. Hat ein Pat. eher ein überreagierendes Immunsystem, so hat er bei der gleichen Dosis sehr viel wahrscheinlicher Nebenwirkungen nach einer Impfung als ein Pat., der ein schwaches Immunsystem hat. Daher denke ich, sollte man die Menge des Immunstoffes an der Blutgruppenzugehörigkeit und der tatsächlichen Stoffwechsellage und damit auch an der tatsächlichen Aktivitätslage des Immunsystems anpassen.

Die Psyche

Rudolf Virchow schrieb:

Ich habe viele Leichen seziert, dabei aber noch nie eine Seele angetroffen.

Die Psyche zu beschreiben, ist außerordentlich schwierig und man kennt schon an Menge und Umfang der darüber existierenden Literatur, dass Worte in der Regel kaum für eine eindeutige zufriedenstellende Beschreibung ausreichen. Es wurde ein System entwickelt, wonach mit Farben der Zustand einer seelischen Lage perfekt zur Darstellung gebracht wird. Ein Prof. Lüscher einen Test entwickelt, der heute unter dem Namen Lüscher-Farbentest auf der ganzen Welt bekannt ist. Dabei wählt der Pat. aus verschiedenen Farbtafeln jeweils die Farbfilter aus, die ihm am besten, zweitbesten gefallen. Die Farbtafeln sind so ausgelegt, dass sie einerseits die aktuelle und andererseits auch die langfristige vorherrschende psychische Lage beschreiben. Wird in mehreren abgefragten Tafeln immer wieder die gleicht Farbe bevorzugt bzw. abgelehnt, so ergibt sich daraus eine so genannte kolonnenartige Bevorzugung oder Ablehnung einer Farbe und damit eines ganz speziellen Gemütszustandes.

Die vier Grundfarben haben dabei folgende Bedeutung:

Farbe 1 Blau: Ruhe, Geborgenheit, Zufriedenheit, entspricht Element Wasser

Farbe 2 Grün: Festigkeit, Konsequenz, Verschlossenheit , entspricht Element Erde

Farbe 3 Rot: Freude, Aggressivität, Aktivität, entspricht Element Feuer

Farbe 4 Gelb: Sorglosigkeit, Unverbindlichkeit, Heiterkeit, entspricht Element Luft

Da die Farben blau und grün dem Yin und die Farben rot und gelb dem Yang zugeordnet wurden, ergibt sich aus der Bevorzugung von blau und grün mit gleichzeitiger Ablehnung von rot und gelb ein psychischer Yin-Zustand des Pat. bzw. aus der Bevorzugung von Rot und gelb mit gleichzeitiger Ablehnung von blau und grün ein psychischer Yang-Zustand.

Da selbstverständlich alle Kombinationen möglich sind, kommen auch gemischte Situationen vor, wie z. B relativ häufig die Bevorzugung von grün (Yin) bei gleichzeitiger Ablehnung von blau (Yang).

Beispiel 1:

Wird von einen Pat. zum einen die Farbe Gelb (Luft) kolonnenartig bevorzugt und in gleicher Weise die Farbe Blau (Wasser) abgelehnt, resultiert daraus das Symptom des Unruhigen und ewig Unzufriedenen (Ablehnung blau), der es immer anders will, als es jetzt ist, ohne zu wissen, wie es genau sein soll (Bevorzugung gelb).

Beispiel 2:

Wird von einem Pat. Blau (Wasser) kolonnenartig bevorzugt und Gelb in gleicher Weise abgelehnt, so resultiert daraus das Symptom des Ängstlichen, Unsicheren (Ablehnung gelb). Wer sich in die Ruhe flüchtet, Aktivität meidet, oft anklammernd wirkt, nicht selten Genussmittel im Übermaß konsumiert (Bevorzugung blau).

Beispiel 3:

Wird von einem Pat. kolonnenartig die Farbe grün bevorzugt, und in gleicher Weise die Farbe blau abgelehnt wird, so resultiert daraus das Symptom des Unruhigen, und ewig Unzufriedenen (Ablehnung blau), der nach außen hin aber verschlossen, prinzipientreu und oft stur bei seiner Meinung bleibend ist (Bevorzugung grün).

Alle diese Beispiele deuten eine belastete Situation an und bedürfen daher immer einer Therapie. Kann man keine kolonnenartige Bevorzugung oder Ablehnung von bestimmten Farben erkennen, so spricht dies für eine ausgeglichene unbelastete Situation auf der seelischen Ebene.

Ist der Patient nur auf die beiden Yin-Farben blau und grün allein oder in Kombination geprägt (Krebs, Jungfrau, Steinbock und Fische), ist ihm von Haus aus ein völlig anderes Gemüt zu eigen, als dem Patienten, der auf die beiden Yang-Farben rot und gelb geprägt ist (Waage, Schütze, Widder, Zwilling). Dazwischen angesiedelt sind die vier Sternzeichen, die sowohl auf eine Yin- als auch auf eine Yang-Farbe geprägt sind (Stier, Wassermann, Löwe, Skorpion).

Das Vegetativum

Eine eigenständige Reaktionsebene ist das vegetative Nervensystem. Da es keine konstitutionelle Prägung besitzt und schnell reagieren kann, ist die Eigenschaft auf Schieflage in anderen Ebenen kompensatorisch zu reagieren. Daneben bestimmt es aber alle regulativen Vorgänge im Körper mit. Logischerweise gibt es tagsüber einen gewissen Sympatikotonus (Yang), um die Tagesleistung überhaupt erbringen zu können, während in der Nacht die Voraussetzung für einen gesunden Schlaf ein Überwiegen des Parasympatikus ist (Yin).

Die Symptome einer erhöhten Sympathikus-Aktivität sind: schnelles Schwitzen, kaum Müdigkeit, eher kalte Hände und Füße, erhöhter Puls und Blutdruck, sowie abends schlecht in den Schlaf finden. Auch nächtliches Aufwachen mit Herzrasen und Schwitzen gehören dazu.

Zu den Parasympathikotonie-Symptomen gehören: Müdigkeitsphasen, Ruhe, Bewegungsmangel, selten Schwitzen, meistens warme bis leicht feuchte Hände und Füße, eher niedriger Blutdruck und Puls, sowie abends ein schnelles Einschlafen im Bett.

Beispiel:

Ein schlanker, normal gewichtiger Patient berichtet, dass er relativ häufig Infekte habe und er immer wieder Antibiotika nehmen müsste, außerdem habe er häufig am Tag Hunger und esse meist Brot, Backwaren und Süßes, dann jedoch immer nur kleinere Mengen. Die Blutgruppenbestimmung ergibt die Blutgruppe 0. Beim Lüscher-Farbetest ergibt sich eine kolonnenartige Ablehnung der Farbe blau (Element Wasser), bei gleichzeitiger kolonnenartiger Bevorzugung der Farbe gelb(Element Luft). Hierbei handelt es sich um eine relativ häufige Befundkonstellation, die eindeutig mit Yang bezeichnet werden kann. Da er astrologisch auf das Sternbild Krebs (doppelt Wasser) geprägt ist, befindet er sich, wie weiter oben ausgeführt, in einer überkompensierten Lage, weil er genau das Element ablehnt, auf das er ursprünglich geprägt ist.

Des weitern berichtet der Pat., dass er mehrmals am Tag, insbesondere nach den Mahlzeiten, eine starke Müdigkeit verspüre, die ihn teilweise dazu zwinge, sich kurzzeitig zurückzuziehen und für fünf bis fünfzehn Minuten zu schlafen. Danach sei er aber wieder frisch und können zügig und schnell arbeiten. Abends sei er furchtbar müde und würde sehr früh ins Bett gehen und schnell einschlafen, morgens könne er relativ früh aufstehen und sei dann schnell leistungsfähig.

Der gesamte Zustand zeigt eine Parasympathikotonie-Lage.

Das ganzheitliche Diagnoseschema:

Im ganzheitlichen Diagnoseschema wird Stoffwechsel, das Immunsystem, die Psyche und das Vegetativum berücksichtigt.

Therapiemöglichkeiten:

Wenn bei einem Pat. ein ganzheitliches Diagnoseschema erstellt worden ist, muss über legt werden, wie auf den einzelnen Ebenen sinnvoll eingegriffen werden kann. Zunächst einmal muss auf der Soffwechselebene die entsprechende richtige Ernährungseinstellung vorgenommen werden. Z. B. bei einer katabolischen Entgleisung des Zellstoffwechsel muss der Pat. die Ernährung zu Gunsten von Wasser und Eiweiß unter erheblicher Reduzierung von Kohlehydraten umstellen. Gleichzeitig muss aber auf der seelischen Ebene eingegangen werden. Z. B. muss besprochen werden, weshalb der Pat. Ruhe, Zufriedenheit und Geborgenheit unbewusst ablehnt. Dies kann aus seiner Vergangenheit oder aus seiner aktuellen Lebenssituation heraus erklärlich sein. Warum auch immer, der Pat. muss versuchen, Ruhe, Zufriedenheit und Geborgenheit wieder zuzulassen und aktiv zu leben. Erst dann ist es möglich, von der kompensatorischen Überbewertung eines anderen Elementes abzulassen. Da dies im wissentlichen unbewusst gesteuerte Mechanismen sind, ist dies wohl der schwierigste Teil der therapeutischen Intervention, kann aber mit Hilfe von Bachblüten, Homöopathika, pflanzliche und chemische Arzneimittel gut unterstützt werden.

Da das Vegetativum erst sekundär auf die Schieflage der anderen beiden Ebenen reagiert, wird sich hier automatisch ein Gleichgewicht einstellen, sobald ein Ausgleich auf den ersten beiden Ebenen zur Mitte hin gelingt.

Dynamik der Regulation

Die entscheidenden Regulationsebenen aller erster Ordnung sind die Ebenen des Stoffwechsel und der Psyche, während das Vegetativum normalerweise erst auf die Schieflage der vorherigen Ebenen reagiert. Einzig eine Stresssituation, die von außen an das Individuum herangetragen wird, kann zu einer primären deutlichen Anhebung des Sympathikus-Tonus führen. Wenn es sich dabei um eine kurzfristige Angelegenheit handelt, kann sich der Körper nach kurzer Zeit wieder erholen. Handelt es sich jedoch um Dauerstress, wird dies weitreichende Folgen auch für die anderen Ebenen haben. In diesem ist die Ausschaltung des Dauerstress-Phänomens von außen unbedingt erforderlich. Ist dies nicht möglich, müssen Maßnahmen ergriffen werden, die den Effekt des Stresses auf den Organismus verhindern (Ausgleichssport, Magnesium, Beruhigungsmittel).

Was für die Richtigkeit dieses ganzheitlichen Diagnosesystems spricht, ist der Umstand, dass bei konstitutionsgerichteter Ernährung und unbelasteter psychischer Situation ohne Dauerstress und mit täglicher Bewegung ein gesundes Leben ohne Medikamente möglich ist. Liegen diese Bedingungen nicht vor, entsteht automatisch ein belastetes Gleichgewichtsystem, das früher oder später chronische Beschwerden aller Art hervorruft.

 

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